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Ratgeber

OTR - Sauerstoff- und Aromabarriere

Die Abkürzung OTR steht für “Oxygen Transmission Rate” und sagt aus, wie viel Sauerstoff pro Zeiteinheit durch ein Material hindurchdiffundiert – je kleiner der angegebene Wert, desto besser ist der Schutz vor Sauerstoffeintrag. Üblich ist die Angabe in cm³/m²/Tag. In der Praxis geht es hauptsächlich um Produktschutz vor Oxidation (z. B. Ranzigkeit, Aromaveränderung, Farb- oder Vitaminabbau). Gleichzeitig ist die OTR (bzw. auch die Gasdichtheit der Gesamtverpackung inkl. der Siegelnähte) auch für begaste Beutel (MAP – Modified Atmosphere Packaging) relevant: Nach dem Gasflushing durch Stickstoff muss die gesamte Verpackung die Schutzatmosphäre möglichst stabil halten. Denn grundsätzlich können Gase und flüchtige Stoffe auch von innen nach außen permeieren (z. B. Stickstoff oder Aroma), wobei Stickstoff häufig deutlich langsamer diffundiert als Sauerstoff.

Messung & Prüfbedingungen:

Die OTR wird häufig nach ASTM D3985 (coulometrische Messung, “dry”), ASTM F1927 oder nach ISO 15105-2 gemessen. Angegebene OTR-Werte sind nur vergleichbar, wenn Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Methode identisch sind. Gerade bei feuchte empfindlichen Barrierefolien wie EVOH kann die relative Feuchte die Ergebnisse deutlich beeinflussen.

Gängige OTR-Größenordnungen

Die folgenden Werte sind normalisierte OTR-Bereiche für eine Folie mit ca. 25 µm bei 25°C / 0% r. F.:

  • EVOH: 0,1 – 0,2 cm³/m²/Tag (abhängig von Ethylen- und Vinylalkoholanteil) 
  • BOPP/OPP: 1.000 - 2.500 cm³/m²/Tag 
  • CPP: 2.300 - 3.100 cm³/m²/Tag 
  • LDPE: 7.000 - 8.500 cm³/m²/Tag 
  • Aluminium: gilt als praktisch vollständige Gasbarriere. 
Mehr Details und Praxisvergleiche zur Sauerstoffbarriere von unterschiedlichen funktionalen Barrieren findest du hier: Barrierefolien im Vergleich.

Über den Autor

Lasse Harder

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