MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) sind zwei Gruppen von Mineralöl-Kohlenwasserstoffen. Einfach erklärt: MOSH sind „gesättigte“ Bestandteile, MOAH „aromatische“ Bestandteile (mit aromatischen Ringsystemen). Beide können über verschiedene Wege in Lebensmittel gelangen – unter anderem auch durch Migration aus Verpackungen.
Woher kommt MOSH/MOAH in Verpackungen?
Bei flexiblen Verpackungen sind typische Eintragsquellen weniger „die Folie an sich“, sondern vor allem Umfeld und Prozess:
- Druckfarben & Verpackungsumfeld: Das BfR weist darauf hin, dass Mineralölbestandteile u. a. aus Druckfarben stammen können (klassisch: Recyclingkarton mit Zeitungsdruckfarben) und dass Übergänge auf Lebensmittel möglich sind.
- Wichtig für flexible Verpackungen: Auch wenn das Produkt im Beutel steckt, kann ein Eintrag aus Umverpackungen relevant sein – das BfR nennt ausdrücklich, dass nicht nur die Direktverpackung betrachtet werden sollte, sondern auch die Möglichkeit des Übergangs aus Umverpackungen.
- Ausgasung/„Gasphase“: Das BfR beschreibt, dass gemessene Übergänge zu einem wesentlichen Anteil durch Ausgasen aus Karton erfolgen können (relevant, wenn flexible Beutel in Umkartons lagern).
- Kunststoff-spezifisch: POSH/PAO (wichtig, wird oft vergessen): In Analysen können neben MOSH/MOAH auch POSH (Polyolefin-Oligomere) und PAO (synthetische Kohlenwasserstoffe, z. B. aus Schmierstoffen) auftauchen. Das BfR weist darauf hin, dass POSH aus Polyolefinen (PE/PP) in Lebensmittel übergehen können und PAO z. B. als Schmieröle genutzt werden. Das ist für Folienverpackungen besonders relevant, weil es die Interpretation von Messergebnissen beeinflusst (nicht jedes Signal ist „klassisches Mineralöl“).
EU-Einordnung und Behördenpraxis
EU-weit gibt es eine Monitoring-Logik für Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln und Food-Contact-Materials (u. a. über eine Kommissions-Empfehlung; EFSA verweist im EU-Rahmen ebenfalls auf Monitoring).
Für Deutschland formuliert das BfR sehr klar: Derzeit gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für MOH in Lebensmitteln; MOAH sollen nicht nachweisbar sein. Zusätzlich werden Handhabungsschwellen aus dem SC PAFF genannt (z. B. 0,5/1/2 mg/kg je nach Fettgehalt), ab denen Produkte aus dem Markt genommen werden sollen.
Für Deutschland formuliert das BfR sehr klar: Derzeit gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für MOH in Lebensmitteln; MOAH sollen nicht nachweisbar sein. Zusätzlich werden Handhabungsschwellen aus dem SC PAFF genannt (z. B. 0,5/1/2 mg/kg je nach Fettgehalt), ab denen Produkte aus dem Markt genommen werden sollen.
Gesundheitliche Einordnung
EFSA kommt (2023) zu dem Ergebnis, dass MOSH bei aktueller Exposition kein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen, während MOAH als potenziell genotoxisch/krebserzeugend betrachtet werden können – für solche Stoffe lässt sich kein sicherer Schwellenwert ableiten.
Das BfR betont ebenfalls, dass MOAH-Kontaminationen grundsätzlich unerwünscht sind und insbesondere MOAH-Fraktionen mit ≥3 aromatischen Ringen kritisch sind.
Das BfR betont ebenfalls, dass MOAH-Kontaminationen grundsätzlich unerwünscht sind und insbesondere MOAH-Fraktionen mit ≥3 aromatischen Ringen kritisch sind.
Prüfung & Messmethoden
In der Routine wird MOSH/MOAH häufig über LC-GC-FID bestimmt (LC trennt MOSH/MOAH, GC-FID quantifiziert). Die JRC-Guidance beschreibt Probenahme, Analyse, Reporting sowie typische Interferenzen und empfiehlt bei komplexen Proben ggf. Bestätigungsmethoden (z. B. GC×GC-MS).
Praxismaßnahmen zur Vermeidung von MOSH/MOAH in flexiblen Verpackungen
- Druckfarben & Set-off: mineralöl-/MOAH-arme Farbsysteme einsetzen und Prozesse so führen, dass kein Abklatschen/Übertrag aus Bedruckstoffen entsteht (z. B. durch Konterdruck).
- Umverpackung mitdenken: Bei sensiblen, trockenen Produkten (große Oberfläche) auch Karton/Umkarton prüfen und ggf. geeignete Qualitäten wählen.
- Funktionale Barriere einplanen: Das BfR nennt funktionelle Barrieren (Trennschichten) als wirksame Maßnahme zur Senkung des Eintrags aus Recyclingmaterialien. In FlexPack-Setups heißt das praktisch: Den Materialaufbau so wählen, dass Migration über Gasphase/Umfeld stark reduziert wird ( z. B. durch Aluminium, EVOH, Metallisierung,)
- Analyse richtig interpretieren: Bei PE/PP-Verpackungen POSH/PAO im Blick behalten (Methodik/Reporting), damit Befunde korrekt eingeordnet werden.
Quellen Stand 23.04.2026:
- BfR FAQ „Mineralölbestandteile in Lebensmitteln“ (Eintragswege, Ausgasung, keine gesetzlichen Grenzwerte, SC-PAFF-Schwellen, Maßnahmen inkl. funktionelle Barrieren/Umverpackungen; POSH/PAO)
- EFSA Topic Page „Mineral oil hydrocarbons“ (MOSH/MOAH-Definition, Eintragswege, Risikoaussagen)
- JRC Guidance JRC133174 (Sampling/Analyse/Reporting; LC-GC-FID als Methode der Wahl; Interferenzen & Bestätigungsmethoden)
- EFTA Factsheet zur Kommissions-Empfehlung 2017/84 (Monitoring-Rahmen)

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