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Preisentwicklung in der Papier - und Verpackungsbranche


So wirken sich Inflation, Logistikkosten und Rohstoffpreise aus

TENDENZ: STEIGEND

Die Gründe sind vielfältig, die Entwicklung jedoch eindeutig: Die Papier- und Verpackungsbranche sieht sich seit einiger Zeit mit teils drastisch steigenden Preisen für Rohstoffe, Logistik und andere Bereiche konfrontiert. Lieferengpässe drohen sogar, die Produktion zum Erliegen zu bringen. Dabei ist der Bedarf an vielen Papier- und Verpackungsprodukten so hoch wie nie. Vor allem im Bereich der Versandkartons und Faltschachteln (Wellpappe und Vollpappe) kommt es immer häufiger zu materialbedingten Produktionsausfällen.
 

VOM STRUKTURWANDEL BIS ZUR PANDEMIE

Die derzeitige Situation für Druckereien, Verlage, Verpackungshersteller und viele andere ließe sich kurz und knapp auf Folgendes herunterbrechen: Die Rohstoffe – also Papier, Pappe und Zellstoff – sind knapp, deshalb steigen die Preise.
 

Laut Statistischem Bundesamt sogar enorm:
 

  • Im Großhandel kostete das gemischte Altpapier im September 2021 mehr als dreimal so viel wie im selben Monat des Vorjahres – eine Steigerung von 222,4 Prozent.
     
  • Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Einfuhrpreisen: für Altpapier stiegen sie im selben Zeitraum um 75 Prozent, für Zellstoff um 45,7 Prozent.

 
 

DASS DIE DRINGEND BENÖTIGTEN ROHSTOFFE INZWISCHEN SO KNAPP SIND, HAT VERSCHIEDENE URSACHEN:

 

1) Pandemie

Die Verwerfungen der Corona-Pandemie innerhalb der Branche zeigen sich in vielerlei Hinsicht. Weniger Anzeigen und Prospekte in Zeitungen sorgen zum Beispiel dafür, dass weniger Altpapier vorhanden ist.

Dazu mussten vielfach Produktionskapazitäten zurückgefahren werden. Das hat ebenfalls zu einer Verknappung der Rohstoffe beigetragen. Lieferketten und Warenkreisläufe wurden dadurch nachhaltig gestört und die Effekte halten weiterhin an.

2) Strukturwandel

Der Strukturwandel der Branche lässt sich im Grunde nicht losgelöst von der Pandemie betrachten. Denn aufgrund der sinkenden Nachfrage nach grafischem Papier für Printprodukte stellten viele Unternehmen um auf andere Produkte – wie beispielsweise Wellpappe. Hierfür ist die Nachfrage nämlich deutlich gestiegen, nicht zuletzt durch einen Boom des Online-Versandhandels. Dadurch wiederum fehlen aktuell Kapazitäten für die Herstellung von grafischem Papier. Ein weiterer Nebeneffekt dieser Entwicklung: Der Anteil von Kartons im Altpapier ist häufig zu hoch, um daraus grafisches Papier herzustellen.

3) Steigende Kosten

Darüber hinaus sind nicht nur die Preise für Altpapier und ähnliche Rohstoffe stark angestiegen. Ähnliche Tendenzen sind auch im Bereich Logistik zu beobachten.Hier sind die notwendigen Schiffscontainer für den Seehandel so knapp, dass die Kosten hierfür zeitweise viermal höher lagen als im Vorjahr.

Und auch die steigenden Energiekosten dürften sich bemerkbar machen – für viele Mitgliedsbetriebe des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackung voraussichtlich 2022 oder 2023, wenn langfristige Versorgungsverträge auslaufen.



 

WO SICH DIE ENTWICKLUNGEN BESONDERS BEMERKBAR MACHEN

Das Fachportal ,,neue verpackung" hat Daten des Statistischen Bundesamtes für verschiedene Verpackungsrohstoffe zusammengetragen, um die Preisentwicklung der zurückliegenden Jahre nachzuvollziehen. Dabei zeigen sich durchweg ähnliche Tendenzen:
 

  • Bei allen Rohstoffen für Verpackungsmittel geht der Trend ungefähr seit September 2020 kontinuierlich aufwärts. Das gilt für Papier, Pappe, Wellpappenrohpapier sowie Kunststoffe.
     
  • Wellpapier und -pappe als Verpackungsmittel sind hier gewissermaßen eine Ausnahme: Denn für diese Produkte sind die Preise im betrachteten Zeitraum (von 2018 bis Sommer 2021) ohnehin kaum gesunken und ein deutliches Anziehen der Preise lässt sich erst seit Anfang 2021 feststellen.

 

Perspektivisch wird sich diese Entwicklung wahrscheinlich nicht so schnell entspannen. Denn das Problem der Rohstoffknappheit wird in vielen Bereichen der Branche vorerst bestehen bleiben. Vollpappe, Wellpappe und Kreislaufverpackungen aus den beiden Verpackungsmitteln werden schließlich zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt – und das ist trotz voller Auftragsbücher nur schwer zu bekommen.

 
 

GUTE AUSSICHTEN FÜR DIE ZUKUNFT?

Zukunftsprognosen bleiben dennoch schwierig. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) jedenfalls verzeichnet derzeit (Stand: November 2021) beispielsweise verschlechterte Unternehmenserwartungen. Viele Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage zwar positiver als im September 2021, für die kommenden Monate sehen sie Materialknappheit, Fachkräftemangel und die Energiekosten jedoch weiterhin kritisch. Immerhin: Die Produktionsauslastung ist so hoch wie seit Oktober 2017 nicht mehr. Es gilt allerdings, die angesprochenen Produktionsbehinderungen zu überstehen.

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