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Von Wabenpappe bis Kraftliner: Die Welt der Wellpappe und ihre Varianten

Wellpappe im Überblick: Wellenarten, Liner und Papiere

Die Verpackungsindustrie spielt eine entscheidende Rolle in der heutigen globalisierten Welt, in der Waren rund um den Globus verschickt werden. Hierbei hat sich die Wellpappe als eine äußerst vielseitige und umweltfreundliche Lösung für die Herstellung von Versandkartons etabliert. Sie besteht aus verschiedenen Wellenarten und Deckenpapieren, die spezifische Eigenschaften aufweisen und in ihrer Kombination die Sicherheit und den Schutz von Produkten gewährleisten. In diesem Blogartikel tauchen wir tiefer in die Welt der Wellpappe ein, um zu verstehen, wie sie hergestellt wird und welche verschiedenen Arten von Wellen und Papieren es gibt.

Definition: Was ist Wellpappe?

Wellpappe, auch als Kartonage bekannt, ist ein beliebtes Verpackungsmaterial, das aus Papier und Luft besteht. Diese Kombination bietet sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile. Der bemerkenswerte Aspekt von Wellpappe ist ihr hoher Altpapieranteil von durchschnittlich 75% und die nahezu vollständige Recyclingfähigkeit. Dies macht Wellpappe zu einer äußerst nachhaltigen Verpackungslösung. Ihre charakteristische wellenförmige Struktur verleiht ihr eine außergewöhnliche Festigkeit und eine hervorragende Polsterwirkung. Dadurch schützt sie Produkte vor den vielfältigen Belastungen während des Transports, in Lagern oder im Einzelhandel.

Definition Wellpappe
In Deutschland sind die Hauptabnehmer von Wellpappe die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, die Chemieindustrie und die Landwirtschaft. Der Verband der Wellpappen-Industrie verzeichnete im Jahr 2021 einen Branchenumsatz von rund 6,6 Milliarden Euro in der deutschen Wellpappenindustrie. Mit einem Marktanteil von 67% ist Wellpappe eines der beliebtesten Verpackungsmaterialien in Deutschland.
Herstellung Wellpappe

Wie wird Wellpappe hergestellt?

Die Herstellung von Wellpappe erfolgt in speziellen Anlagen, den sogenannten Wellpappenanlagen (WPAs). Diese Anlagen bestehen aus verschiedenen Maschinengruppen, die für die verschiedenen Abschnitte der Wellpappenproduktion verantwortlich sind. Der Produktionsprozess in einer WPA lässt sich in eine Nass- und eine Trockenpartie unterteilen. In der Nasspartie werden die Papierbahnen gewellt und verklebt, während in der Trockenpartie die gerillten und geschnittenen Wellpappenbahnen fertiggestellt werden.

Für die Herstellung von Wellpappenrohpapieren wird in der Regel ein Durchschnitt von 80% Recyclingmaterial verwendet. Dies umfasst Altpapier, Kartons und bereits verwendete Wellpappe. Die restlichen 20% werden aus Frischfasern gewonnen, die aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Diese Frischfasern werden aus dem Holz von Laub- und Nadelhölzern gewonnen.

Deutsche Wellpappenhersteller importieren ihre Papiere größtenteils aus Schweden. Der restliche Bedarf wird mit Holz aus Polen, Frankreich und Österreich gedeckt. Unterschiedliche Verfahren werden angewendet, um die drei wichtigsten Wellpappenrohpapier-Materialien, Halbzellstoff, Zellstoff (Primärfasern) und Altpapier (Sekundärfasern), herzustellen.

Verschiedene Wellenarten und ihre Anwendungen

Die Produktion von Wellpappe, für  z. B. FEFCO 0427 Klappdeckelschachteln, ist äußerst vielschichtig und umfasst ein komplexes Herstellungsverfahren. Das Grundprinzip der Pappe bleibt dabei jedoch vergleichsweise einfach. Die verschiedenen Papierbahnen, darunter Wellen- und Deckenpapiere, werden sorgfältig übereinandergeklebt. Abhängig vom Verwendungszweck können unterschiedliche Mengen an Bahnen miteinander verklebt werden, was die Vielfalt von einwelliger, zweiwelliger oder sogar dreiwelliger Wellpappe ermöglicht.

Einwellige Wellpappe ist die am weitesten verbreitete Art und bildet gewissermaßen die Grundlage für die unterschiedlichen Wellpappensorten. Einwellige Wellpappe kann in verschiedene Wellenarten unterteilt werden, darunter:

Arten von Wellpappe
 

F-Welle:

Auch bekannt als Miniwelle oder Grafikwelle, diese Art kann besonders gut bedruckt werden. Sie zeichnet sich durch eine Wellenteilung von 1,8 bis 2,6 mm und eine Wellenhöhe von 0,6 bis 1,0 mm aus.

E-Welle:

Die Fein- oder Mikrowelle, die sich durch eine Wellenteilung von 2,6 bis 3,5 mm und eine Wellenhöhe von 1,0 bis 1,9 mm auszeichnet, ist ebenfalls hervorragend bedruckbar und vielseitig einsetzbar.

B-Welle:

Als Feinwelle bekannt, hat diese Art eine Wellenteilung von 4,8 bis 6,5 mm und eine Wellenhöhe von 2,2 bis 3,1 mm. Sie eignet sich besonders gut für kleinere Füllgüter und passgenaue Automatenverpackungen.

C-Welle:

Diese Mittelwelle hat eine Wellenteilung von 6,5 bis 7,9 mm und eine Wellenhöhe von 3,1 bis 4,0 mm. Sie hat die ältere A-Welle weitgehend abgelöst.
A-Welle, die älteste Wellenart, wird heutzutage meist in Kombination mit anderen Wellen verwendet. Darüberhinaus gibt es viele weitere Wellenarten - je nach Anwendungszweck werden auch verschiedene Doppelwellen wie EB-Welle oder BC-Welle verwendet.
Doppelwelle EB-Welle
Zweiwellige Wellpappe, auch Doppel-Wellpappe genannt, besteht aus drei glatten Papierbahnen und zwei Wellenbahnen. Dabei liegt eine der glatten Papierbahnen in der Mitte und wird als "glatte Mittelbahn" bezeichnet. Die beiden anderen glatten Papierbahnen bilden die äußeren "Decken und Böden", zwischen denen die Wellen angebracht sind. Dies ermöglicht die Kombination verschiedener Wellenarten, wobei die Grobwelle oft für die Innenseite und die Feinwelle für den Schutz vor äußeren Einflüssen verwendet wird.

Dreiwellige Wellpappe besteht aus verschiedenen Kombinationen von Wellenarten, um eine äußerst robuste Verpackungslösung zu schaffen. Dies eignet sich besonders für schwere Produkte und Anwendungen, wie beispielsweise Motorverpackungen oder Überseeversand von Traktorgetrieben.

Wabenpappe – Von der Natur zur Verpackungsindustrie

Neben den verschiedenen Wellpappensorten gibt es auch Wabenpappe. Ihre sechseckige Struktur ist vom "Nestmuster" der Honigbiene inspiriert. Diese Wabenstruktur wird in Sandwichplatten eingesetzt und findet Anwendung in verschiedenen Branchen, von der Luft- und Raumfahrttechnik bis zur Verpackungsindustrie. Wabenpappe kann kostengünstig aus Papier hergestellt werden und bietet einen hervorragenden Schutz vor Stößen und Druck von außen.

Wabenpappe
Weiße und braune Wellpappe

Braune und weiße Wellpappe: Wo liegt der Unterschied?

Braune und weiße Wellpappe sind zwei gängige Varianten, die sich hauptsächlich durch ihre Farbe und die Art der Fasern unterscheiden. Braune Wellpappe wird aus recycelten Papierfasern hergestellt und behält daher ihre natürliche Braunfärbung. Weiße Wellpappe hingegen wird aus frischen Holzfasern gewonnen und durch den Einsatz von Bleichmitteln aufgehellt. Dies verleiht ihr eine glattere Oberfläche und ein hochwertigeres Erscheinungsbild.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Stabilität der beiden Varianten. Weiße Wellpappe ist aufgrund der Verwendung von Frischfasern oft etwas stabiler als braune Wellpappe, was bei der Auswahl des Materials eine Rolle spielt. Beide Varianten sind jedoch umweltfreundlich und leicht recycelbar, was sie zu idealen Verpackungslösungen macht.


Liner: Deckenpapiere für die Welle

Die Deckenpapiere, auch Liner genannt, sind ein wesentlicher Bestandteil der Wellpappe. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien und sind für die äußeren Schichten der Wellpappe verantwortlich. Hierbei unterscheidet man verschiedene Arten von Linern:
 

Kraftliner:

Diese Papiere werden aus Sulfatzellstoff hergestellt und sind äußerst widerstandsfähig. Sie bieten optimalen Schutz für Gefahrgut und schwere oder wertvolle Waren.

Testliner:

Testliner sind zu 100% aus Altpapier hergestellt und haben einen hohen Anteil an Recyclingfasern. Sie sind fast genauso stark wie Kraftliner und eignen sich gut für die Produktion von Wellpappe.

Schrenzpapier:

Dieses preisgünstige Rohpapier wird aus unsortiertem Altpapier hergestellt. Es wird normalerweise für die Innenschicht der Wellpappe verwendet und bietet eine gewisse Wasseraufnahme.
 
Wenn du noch mehr über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Linerarten erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Magazinartikel: "Testliner versus Kraftliner - was sind die Unterschiede?"

Das Charakteristikum der Wellpappe: das Wellenpapier

Die Wahl des richtigen Papiers ist entscheidend für die Eigenschaften der Wellpappe. Das Flächengewicht des Papiers, das in Gramm pro Quadratmeter angegeben wird, spielt eine wichtige Rolle. Je höher das Flächengewicht, desto fester ist das Papier in der Regel. Die Kombination von Papiersorten und Flächengewicht bestimmt letztendlich die Qualität der Wellpappe und bietet die Möglichkeit, die Eigenschaften der Verpackung an die spezifischen Anforderungen anzupassen.

Wellenstoff:

Ähnlich wie Schrenzpapier wird Wellenstoff aus Recyclingfasern hergestellt. Er zeichnet sich durch verschiedene Flächengewichte aus und bietet eine gute Steifigkeit.
 

Halbzellstoffpapier:

Dieses Papier wird aus halbchemisch aufgeschlossenen Holzfasern hergestellt und enthält in der Regel maximal 35 Prozent Altpapier. Es bietet Stabilität und Stoßdämpfung.
Wellenstoff für Wellpappe
Die Welt der Wellpappe zeigt, dass sie nicht nur eine einfache Verpackungslösung ist, sondern auch äußerst flexibel in Bezug auf ihre Zusammensetzung und Eigenschaften. Die Auswahl der Wellenarten und Deckenpapiere ermöglicht es den Herstellern, Verpackungen maßgeschneidert für die jeweiligen Anforderungen herzustellen. Die Wellpappeindustrie hat nicht nur ihre Funktionalität und Umweltverträglichkeit demonstriert, sondern auch die kreative Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Branding und Design. Die Bedruckbarkeit von Wellpappe bietet die Möglichkeit, Produkte ansprechend zu gestalten und Informationen an die Verbraucher zu vermitteln.

Insgesamt zeigt die Welt der Wellpappe, wie eine scheinbar einfache Verpackungslösung durch fortschrittliche Herstellungsverfahren, kreative Anpassungsmöglichkeiten und ein starkes Engagement für Umweltfreundlichkeit zu einem Eckpfeiler der modernen Verpackungsindustrie geworden ist. Wellpappe ist nicht nur ein zuverlässiges Mittel zum Schutz von Produkten, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und Innovation Hand in Hand gehen können.
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