Ratgeber

Recycling von Faltschachtelkarton

Faltschachteln aus Karton sind grundsätzlich über die Altpapiersammlung (blaue/grüne Tonne) recycelbar; je nach Veredelung (z. B. Laminate, Beschichtungen) können sich Einschränkungen ergeben. Das Rezyklat wird anschließend für Recyclingpapiere und Recyclingkartonagen eingesetzt. 

Das Papierrecycling in Deutschland teilt sich in folgende Einzelprozesse auf:

  • Sammlung: Altpapier wird gesammelt und zur Weiterverarbeitung bereitgestellt.
  • Sortieren & Sieben: Dunkles Papier wie Kraftpapier oder Karton wird von weißem Papier getrennt. Papierfremde Bestandteile aus Metall oder Kunststoff werden im Siebverfahren entfernt.
  • Zerkleinern und Pressen: Das gesammelte Papier wird zerkleinert und zu Ballen gepresst.
  • Entfernung von Fremdstoffen / Deinking: Das Altpapier wird in Wasser eingeweicht, wodurch es sich in Fasern auflöst. Durch Zugabe von Tensiden und Natronlauge werden Druckfarben entfernt.
  • Bleichen: Der gereinigte Papierbrei wird mit Wasserstoffperoxid oder Sauerstoff gebleicht.
  • Trocknen und Plätten: Der Papierbrei wird auf Bahnen ausgelegt, geplättet und getrocknet, um wieder zu Papier verarbeitet zu werden.

Faltschachtelrecycling bei Druckfarbe, Klebstoff und Folienveredelung – was zu beachten ist

Übliche Bedruckung sowie dünne, ablösbare Heißfolienveredelungen oder einseitige Folienkaschierungen lassen sich im Recyclingprozess in der Regel vom Karton lösen; bei großflächigen Laminaten oder hohem Metallanteil kann die Ablösbarkeit eingeschränkt sein. Der Faserstoff der getesteten Muster konnte nahezu vollständig dem stofflichen Recycling zugeführt werden, ohne dass die Faserausbeute signifikant beeinträchtigt wurde.

Eine Studie des FFI zeigt, dass Faltschachteln, insbesondere für Konsumgüter, als Teil der Altpapier-Haushaltssammelware recycelbar sind. Bei allen untersuchten Mustern wurde festgestellt, dass die Faserstoffkomponente vollständig recycelt werden kann, ohne dass die Faserstoffausbeute signifikant beeinträchtigt wird.

Unterschiedliche Zerfaserungszeiten hatten keinen Einfluss auf die Faserstoffausbeute. Die im Rahmen der Studie gewonnene Faserstoffkomponente konnte in den getesteten Mustern problemlos dem Recycling zugeführt werden.

Einzelne Muster zeigten bei Druck- und Klebstoffapplikationen visuell störende Inhomogenitäten oder erhöhte Klebrigkeit. Diese können jedoch in der Altpapier-Haushaltssammelware abgetrennt werden oder gelten als unkritisch.

Kunststoffbestandteile aus Beschichtungen und Kaschierungen fragmentierten geringfügig, waren jedoch gut abtrennbar. Einseitig beschichtete Faltschachteln und nicht nassfest ausgerüstete Bechermaterialien sind daher recyclingfähig.

Metallisierungen können die Abtrennbarkeit im Recyclingprozess verschlechtern; je nach Flächenanteil sind entsprechend veredelte Faltschachteln dennoch in der Haushaltssammelware recycelbar.

Quelle: Fachverband Faltschachtel-Industrie E. V.

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Lasse Harder

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