Wie handhabt Deutschland seinen Plastikmüll?
Wohin geht deutscher Plastikmüll?
Statt sein Plastikproblem zu lösen, verschiebt es Deutschland ins Ausland. Das ostasiatische Malaysia ist dabei ganz vorn, zusammen mit Indonesien und der Türkei. Durch Niedriglöhne in Asien bleibt das effektive, manuelle Sortieren von Plastikmüll für Recyclingfirmen bezahlbar. China dagegen, bis 2018 einer der größten Abnehmer, hat seine Importe inzwischen gestoppt.


Was fällt unter Kunststoffrecycling?
Weil Kunststoffe aus Kohlenwasserstoffen bestehen, ist ihre Energiedichte hoch - ideal für die Verwertung von Wärme zur Stromerzeugung. Wobei in energetische Verwertung und thermische Beseitigung unterschieden wird: Die Verbrennung mit Energiegewinnung ist eine energetische Verwertung und vom Recycling zu unterscheiden. Bestimmte Kunststoffabfälle können je nach Materialaufbau und vorgesehenem Recyclingweg mechanisch oder chemisch recycelt werden. Bei werkstofflicher Verwertung bleibt der chemische Stoffaufbau erhalten, bei Mengen- und Qualitätseinbußen des fertigen Granulats. Bei rohstofflichen bzw. chemischen Verfahren hängt der Energiebedarf vom jeweiligen Verfahren und dessen Prozessführung ab.
Wie funktioniert werkstoffliches Recycling?
Mechanisches Recycling erhält Kunststoffe für eine erneute stoffliche Nutzung; die konkreten Umwelt- und Klimawirkungen hängen vom jeweiligen Verfahren und den betrachteten Systemgrenzen ab. Als Erstes wird alles, was nicht Kunststoff ist - z. B. Aluminium - mit Hilfe von Magneten, Sieben und Infrarotscans aussortiert. Nun wird der Plastikabfall sortenrein nach Kunststoffarten getrennt, da sich die jeweiligen Polymere bei ihrer erneuten Verarbeitung zu Verpackungen unterschiedlich verhalten. Ein Monomaterial-Aufbau kann ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign unterstützen, sofern auch Barrieren, Beschichtungen, Druckfarben, Klebstoffe, Verschlüsse und weitere Bestandteile mit dem vorgesehenen Recyclingstrom kompatibel sind.


Wie wird Kunststoffmüll zu Kunststoffrezyklat?
Sortiert und zu transportablen Ballen verpresst, warten die Rohstoffe nun darauf, zu Flakes zerkleinert zu werden. Von Schmutz und Etikettenresten befreit, werden die Flakes nach Farben sortiert. Granulieren und Aufschmelzen im Extruder verwandelt sie in einheitliches Granulat (Rezyklat) - für neue Produkte wie Autoteile, Textilien oder Verpackungen.
Welche Umweltfolgen hat unser Umgang mit Plastikmüll?
Wie weit ist die Rezyklat-Nutzung?
Kunststoffabfälle können je nach Material, Verpackungsaufbau, Sortierung und vorgesehenem Verwertungsweg unterschiedlich behandelt werden. Ein Teil der zurückgewonnenen Kunststoffe kann als Rezyklat erneut für die Herstellung von Kunststoffprodukten eingesetzt werden. Dabei können Rezyklate je nach Material und Recyclingprozess unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und sind nicht für jede Anwendung gleichermaßen geeignet.
Zu den häufig eingesetzten Kunststoffen zählen Thermoplaste wie Polyethylen (PE) und Polyethylenterephthalat (PET). Auch Verpackungen gehören zu den wichtigen Einsatzbereichen von Kunststoffen. Bei flexiblen Verpackungen können Monomaterial-Aufbauten ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign unterstützen. Ob ein konkreter Standbodenbeutel tatsächlich recyclingfähig ist, hängt jedoch vom vollständigen Verpackungsaufbau sowie vom vorgesehenen Recyclingweg ab.


Was braucht es für den Systemwandel?
Alternativen, bei denen in den jeweils genannten Anwendungsfällen weniger Kunststoff eingesetzt wird. Aber wer Plastikberge nicht nur versetzen, sondern mehr Plastik recyceln will, muss den Systemwandel anpacken! Weniger muss künftig mehr sein. Wir müssen weniger Plastik nutzen, exportieren und verbrennen - und das, was bleibt, optimal trennen.
Wie Recycling-Quoten steigern?
Was tut sich bei Rezyklat-Mindestquoten?
Was wiederverwertet wird, muss nicht entsorgt werden: Eine gesetzliche Rezyklat-Mindestquoten sollen den Einsatz von Rezyklaten erhöhen. Die PPWR legt für Kunststoffverpackungen künftig Mindestrezyklatanteile fest, deren Höhe von Verpackungsart und Anwendung abhängt. Für PET-Einweggetränkeflaschen gelten separate gesetzliche Rezyklatvorgaben; diese sind nicht auf Standbodenbeutel übertragbar. Parallel vollzieht die Gastronomie seit 2022 den Umstieg von Einweg auf Mehrweg im Bereich Take-Away. Mehr noch: Für Kunststoffverpackungsabfälle gelten auf EU-Ebene gesetzliche Recyclingziele; die jeweils aktuelle Rechtsgrundlage und Bezugsgröße sollte konkret genannt werden.
- Qualitätsstandards für sekundäre Kunststoffe
- Zertifizierungen zur Vertrauensförderung von Industrie und Verbrauchern
- Vorschriften für den Mindestgehalt. an Rezyklaten
- Mitgliedsstaaten Mehrwertsteuersenkungen bei recycelten Produkten zu empfehlen.


Was braucht es, damit mehr Rezylat genutzt wird?
Rezyklate einiger Kunststoffarten können sich qualitativ durchaus sehen lassen! Aber Hersteller müssen auch davon überzeugt sein: Was kann dieses Kunststoffrezyklat, wie rein ist es? Ohne diese Informationen wird kein Unternehmen das wirtschaftliche Risiko eingehen, neue Produkte rezyklatbasiert herzustellen, sondern weiter aus Rohöl produzieren. Gleichzeitig ist der wirtschaftliche Anreiz für Unternehmen, Kunststoffverpackungen recyclinggerecht für den vorgesehenen Recyclingstrom zu gestalten, so groß wie nie - inklusive Druckfarben Verpackungshersteller, die in die Entwicklung zukunftsfähiger Produkte wie Standbodenbeutel mit recyclinggerecht bewertetem Monomaterial-Aufbau investieren, haben die Nase vorn. Auch recyclingbezogene Eigenschaften und der Materialeinsatz spielen bei Verpackungsentscheidungen eine Rolle.

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