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Wege der Entsorgung und ihre Auswirkungen auf die Umwelt

Entsorgungswege, Umwelt, Kunststoff-Rezyklate Plastik ist so bequem! Leicht, aber robust, schützt dieses Verpackungsmaterial exzellent gegen Schmutz ...
Potenziale für Plastikmüll: Entsorgungswege, Umwelt, Kunststoff-Rezyklate Plastik ist so bequem! Leicht, aber robust, schützt dieses Verpackungsmaterial zum Beispiel in Form von Standbodenbeuteln exzellent gegen Schmutz und Nässe - und ist extragünstig in der Herstellung. Kunststoffe können je nach Herstellung, Nutzung und Entsorgungsweg unterschiedliche Umwelt- und Klimawirkungen verursachen. Wohin damit nach Gebrauch? Raus aus der Komfortzone, rein in die Wiederverwertung. Doch wie gut schlägt sich Deutschland beim Kunststoff-Recycling? Was geschieht dabei genau - und wie lassen sich Rezyklatquoten steigern?

Wie handhabt Deutschland seinen Plastikmüll?

1970: Eine ganze Kindergeneration wird zu Tante Emma zum Milchholen geschickt. Die Milchkanne war aus Metall, die Coca-Cola kam in Pfandkisten und Kartoffeln im Mehrweg- statt im Plastiksack ins Haus – bereit zum Einkellern. Dann kamen die Supermärkte – und veränderten die Art des Verpackens, Transportierens und Einkaufens. Bis heute geht wenig ohne Kunststoffverpackungen. Rezyklate können je nach Material und Recyclingprozess unterschiedliche Qualitäten aufweisen und sind nicht in jeder Anwendung mit Neuware gleichzusetzen. Nicht alle Kunststoffabfälle gelangen jedoch zurück in den Wertstoffkreislauf. Wie sie weiter behandelt werden, hängt vom jeweiligen Entsorgungs- und Verwertungsweg ab.

Wohin geht deutscher Plastikmüll?

Statt sein Plastikproblem zu lösen, verschiebt es Deutschland ins Ausland. Das ostasiatische Malaysia ist dabei ganz vorn, zusammen mit Indonesien und der Türkei. Durch Niedriglöhne in Asien bleibt das effektive, manuelle Sortieren von Plastikmüll für Recyclingfirmen bezahlbar. China dagegen, bis 2018 einer der größten Abnehmer, hat seine Importe inzwischen gestoppt.


Infografik: Gesamt Exportmenge
Infografik: Recycling Kreislauf

Was fällt unter Kunststoffrecycling?

Weil Kunststoffe aus Kohlenwasserstoffen bestehen, ist ihre Energiedichte hoch - ideal für die Verwertung von Wärme zur Stromerzeugung. Wobei in energetische Verwertung und thermische Beseitigung unterschieden wird: Die Verbrennung mit Energiegewinnung ist eine energetische Verwertung und vom Recycling zu unterscheiden. Bestimmte Kunststoffabfälle können je nach Materialaufbau und vorgesehenem Recyclingweg mechanisch oder chemisch recycelt werden. Bei werkstofflicher Verwertung bleibt der chemische Stoffaufbau erhalten, bei Mengen- und Qualitätseinbußen des fertigen Granulats. Bei rohstofflichen bzw. chemischen Verfahren hängt der Energiebedarf vom jeweiligen Verfahren und dessen Prozessführung ab.

Wie funktioniert werkstoffliches Recycling?

Mechanisches Recycling erhält Kunststoffe für eine erneute stoffliche Nutzung; die konkreten Umwelt- und Klimawirkungen hängen vom jeweiligen Verfahren und den betrachteten Systemgrenzen ab. Als Erstes wird alles, was nicht Kunststoff ist - z. B. Aluminium - mit Hilfe von Magneten, Sieben und Infrarotscans aussortiert. Nun wird der Plastikabfall sortenrein nach Kunststoffarten getrennt, da sich die jeweiligen Polymere bei ihrer erneuten Verarbeitung zu Verpackungen unterschiedlich verhalten. Ein Monomaterial-Aufbau kann ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign unterstützen, sofern auch Barrieren, Beschichtungen, Druckfarben, Klebstoffe, Verschlüsse und weitere Bestandteile mit dem vorgesehenen Recyclingstrom kompatibel sind.

Infografik: Mechanische recycling
Kunststoffrecyklat

Wie wird Kunststoffmüll zu Kunststoffrezyklat?

Sortiert und zu transportablen Ballen verpresst, warten die Rohstoffe nun darauf, zu Flakes zerkleinert zu werden. Von Schmutz und Etikettenresten befreit, werden die Flakes nach Farben sortiert. Granulieren und Aufschmelzen im Extruder verwandelt sie in einheitliches Granulat (Rezyklat) - für neue Produkte wie Autoteile, Textilien oder Verpackungen. 

Welche Umweltfolgen hat unser Umgang mit Plastikmüll?

Energetische Verwertung bleibt problematisch: Bei der Verbrennung kunststoffhaltiger Abfälle entstehen Treibhausgasemissionen; deren Höhe hängt unter anderem von Materialzusammensetzung und Verfahren ab. Unsachgemäß in die Umwelt gelangte Kunststoffabfälle können marine und andere Lebensräume belasten. Bei nicht ordnungsgemäß behandelten Abfallexporten können Kunststoffabfälle unter anderem deponiert oder unsachgemäß verbrannt werden. Der Basler Convention zum Schutz der Umwelt zum Trotz, von 187 Ländern unterzeichnet, da Verstöße gegen Recyclinganforderungen kaum sanktioniert werden.

Wie weit ist die Rezyklat-Nutzung?

Kunststoffabfälle können je nach Material, Verpackungsaufbau, Sortierung und vorgesehenem Verwertungsweg unterschiedlich behandelt werden. Ein Teil der zurückgewonnenen Kunststoffe kann als Rezyklat erneut für die Herstellung von Kunststoffprodukten eingesetzt werden. Dabei können Rezyklate je nach Material und Recyclingprozess unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und sind nicht für jede Anwendung gleichermaßen geeignet.

Zu den häufig eingesetzten Kunststoffen zählen Thermoplaste wie Polyethylen (PE) und Polyethylenterephthalat (PET). Auch Verpackungen gehören zu den wichtigen Einsatzbereichen von Kunststoffen. Bei flexiblen Verpackungen können Monomaterial-Aufbauten ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign unterstützen. Ob ein konkreter Standbodenbeutel tatsächlich recyclingfähig ist, hängt jedoch vom vollständigen Verpackungsaufbau sowie vom vorgesehenen Recyclingweg ab.

Infografik: Recyklat Kreislauf
Systemwandel Kunststoffrecycling

Was braucht es für den Systemwandel?

Alternativen, bei denen in den jeweils genannten Anwendungsfällen weniger Kunststoff eingesetzt wird. Aber wer Plastikberge nicht nur versetzen, sondern mehr Plastik recyceln will, muss den Systemwandel anpacken! Weniger muss künftig mehr sein. Wir müssen weniger Plastik nutzen, exportieren und verbrennen - und das, was bleibt, optimal trennen. 

Wie Recycling-Quoten steigern?

Eine verbesserte Mülltrennung kann dazu beitragen, mehr geeignete Kunststoffverpackungen dem vorgesehenen Recyclingweg zuzuführen. Je nach betrieblichem Sammelsystem können gewerbliche Kunststoffabfälle sauberer und sortenreiner erfasst werden als gemischte Haushaltsabfälle. Getrennte Sammelsysteme können die sortenreinere Erfassung unterstützen; die erreichbare Rezyklatqualität hängt zusätzlich vom Material und Recyclingprozess ab. Ein recyclinggerecht gestalteter Materialaufbau kann die Sortier- und Recyclingfähigkeit unterstützen; Kennzeichnungen können zusätzlich die richtige Entsorgung erleichtern. Seit Langem fordert die Deutsche Umwelthilfe zudem eine gesetzliche Recycling-Mindestquote für bestimmte Kunststoffabfälle. Auf europäischem Boden, nicht im Ausland: Strengere Zollkontrollen von Müllexporten wären ein erster Schritt, ein Exportverbot nach dem Vorbild Australiens noch besser.

Was tut sich bei Rezyklat-Mindestquoten?

Was wiederverwertet wird, muss nicht entsorgt werden: Eine gesetzliche Rezyklat-Mindestquoten sollen den Einsatz von Rezyklaten erhöhen. Die PPWR legt für Kunststoffverpackungen künftig Mindestrezyklatanteile fest, deren Höhe von Verpackungsart und Anwendung abhängt. Für PET-Einweggetränkeflaschen gelten separate gesetzliche Rezyklatvorgaben; diese sind nicht auf Standbodenbeutel übertragbar. Parallel vollzieht die Gastronomie seit 2022 den Umstieg von Einweg auf Mehrweg im Bereich Take-Away. Mehr noch: Für Kunststoffverpackungsabfälle gelten auf EU-Ebene gesetzliche Recyclingziele; die jeweils aktuelle Rechtsgrundlage und Bezugsgröße sollte konkret genannt werden.

  • Qualitätsstandards für sekundäre Kunststoffe
  • Zertifizierungen zur Vertrauensförderung von Industrie und Verbrauchern
  • Vorschriften für den Mindestgehalt. an Rezyklaten
  • Mitgliedsstaaten Mehrwertsteuersenkungen bei recycelten Produkten zu empfehlen.
Alternativen zu Kunststoffverpackungen
Rezylat in Kleidung

Was braucht es, damit mehr Rezylat genutzt wird?

Rezyklate einiger Kunststoffarten können sich qualitativ durchaus sehen lassen! Aber Hersteller müssen auch davon überzeugt sein: Was kann dieses Kunststoffrezyklat, wie rein ist es? Ohne diese Informationen wird kein Unternehmen das wirtschaftliche Risiko eingehen, neue Produkte rezyklatbasiert herzustellen, sondern weiter aus Rohöl produzieren. Gleichzeitig ist der wirtschaftliche Anreiz für Unternehmen, Kunststoffverpackungen recyclinggerecht für den vorgesehenen Recyclingstrom zu gestalten, so groß wie nie - inklusive Druckfarben Verpackungshersteller, die in die Entwicklung zukunftsfähiger Produkte wie Standbodenbeutel mit recyclinggerecht bewertetem Monomaterial-Aufbau investieren, haben die Nase vorn. Auch recyclingbezogene Eigenschaften und der Materialeinsatz spielen bei Verpackungsentscheidungen eine Rolle.