DER NACHHALTIGKEITSBERICHT 2021
Die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK) hat ihren mittlerweile fünften Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und informiert damit über die aktuellen Herausforderungen, Fortschritte und Ziele der Kunststoffverpackungsbranche in den Bereichen Recycling, Rezyklateinsatz und Ressourcenschutz

Die Schwerpunkte liegen, wie auch schon in früheren Berichten, auf den folgenden fünf Nachhaltigkeitsaspekten:
- Produktschutz
- Klima- und Ressourcenschutz
- Schutz der Meere
- Verbraucherschutz
- Schutz der Wettbewerbsfähigkeit
DIE ZIELE IM KLIMA- & RESSOURCENSCHUTZ
Deutschland verfolgt das gesetzliche Ziel, bis 2045 Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Für die Transformation der Kunststoffwirtschaft werden unter anderem Rezyklate und alternative Rohstoffquellen diskutiert. Deshalb hat sich auch die IK konkrete Ziele gesetzt – und die sind ambitioniert:
2. Mehr Rezyklate in der Produktion: Die IK hatte sich für 2025 das Ziel von einer Million Tonnen Recyclingmaterial beziehungsweise nachwachsenden Rohstoffen in neuen Verpackungen gesetzt.
3. Recycling von Silo- und Stretchfolien: Für 2022 hatte die Initiative ERDE das Ziel, jährlich mindestens 34.000 Tonnen Silo- und Stretchfolien zu sammeln und werkstofflich zu verwerten.

FORTSCHRITT: KREISLAUFFÄHIGKEIT
Die IK zeigt sich in ihrem Nachhaltigkeitsbericht überwiegend optimistisch, dass die drei Klimaziele tatsächlich erreicht werden. Laut IK-Bericht stieg der Anteil recycling- oder mehrwegfähiger Haushaltsverpackungen von rund 75 % im Jahr 2016 auf 81 % im Jahr 2020.

Verbesserungen nehme man vor allem im Bereich der beteiligungspflichtigen Verpackungen wahr. Laut IK wurden bei Mehrschichtfolien vermehrt Strukturen eingesetzt, die nach den damals zugrunde gelegten Bewertungskriterien eine bessere Recyclingfähigkeit aufwiesen. Auch der Gebrauch von rußbasierten Pigmenten sei rückläufig, was vor allem der automatischen Materialsortierung beim Recycling zugutekomme.
Herausforderungen bleiben hingegen PET-Schalenverpackungen und EPS-Verpackungen im Gelben Sack. Die IK bewertete bestimmte papierbasierte Verbundverpackungen in ihrem Bericht hinsichtlich der Recyclingfähigkeit kritischer als bestimmte Kunststoffverpackungen.
FORTSCHRITT: REZYKLATE IN PRODUKTION
Laut IK-Bericht stieg der Rezyklateinsatz in Kunststoffverpackungen von 2017 bis 2019; der Anstieg entfiel dem Bericht zufolge auf Post-Consumer-Rezyklate. Vor allem im Bereich der Post-Consumer-Rezyklate zeichne sich ein starker Anstieg ab – trotz des allgemein rückläufigen Verbrauchs von Neuware.
Die Zielerreichung liegt allerdings noch fern. Für 2019 weist der IK-Bericht 474.000 Tonnen Rezyklateinsatz gegenüber dem damaligen Ziel von 1 Million Tonnen für 2025 aus. Der IK-Bericht 2021 nannte Verfügbarkeit, Qualitätsanforderungen und damalige rechtliche Vorgaben als Hürden für einen höheren Rezyklateinsatz. Der IK-Bericht sah 2021 weiteres technisches Potenzial für den Einsatz von Rezyklaten, abhängig von Produktanforderungen und Einsatzbereich. Es müssten lediglich „moderate Einschränkungen hinsichtlich der ästhetischen Eigenschaften der Verpackungen und der Materialeffizienz in Kauf genommen“ werden.
FORTSCHRITT: SILO- & STRETCHFOLIEN
Im Jahr 2013 rief die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen die Initiative ERDE ins Leben, um Silo- und Stretchfolien aus agrarwirtschaftlicher Nutzung dem Kunststoff-Recycling zuzuführen. Der IK-Bericht 2021 bewertete das damalige Ziel von mindestens 34.000 Tonnen bis Ende 2022 als erreichbar. Laut IK-Bericht wurden 2020 rund 26,5 Kilotonnen Silo- und Stretchfolien gesammelt; für die erfassten Agrarfolien berichtet die IK eine werkstoffliche Verwertung.

FAZIT: VERBESSERUNG, ABER MIT LÜCKEN
Laut IK-Bericht waren 2020 rund 81 % der betrachteten Haushaltsverpackungen recycling- oder mehrwegfähig. Recyclingfähigkeit bedeutet nicht automatisch, dass ein Material tatsächlich wieder für eine neue Kunststoffverpackung eingesetzt wird. Für 2019 weist der IK-Bericht einen Rezyklateinsatz von rund 474.000 Tonnen in der Kunststoffverpackungsproduktion aus.
In puncto Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz unterscheiden sich je nach Material, Verpackungsaufbau und Recyclingweg.

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